[ Swing, Klassik, swing!
Grenzüberschreitender Jazz mit dem HildegardPohlTrio
Mozart , Keith Jarrett , Chopin und Oscar Peterson hocken einen Abend lang
gemeinsam in einer Jazzkneipe und lassen es sich richtig gut gehen. Während
Beethovens Mondscheinsonate sich mit dem "Moonlight in Vermont" verbündet ,
Offenbachs Barcarole berauschend vorbeiswingt und Brahms ungarischer Tanz
schwindelerregend jazzt , wird auch der " Vogelfänger " und " Blackbird " mit
Zauberpolitur eingefangen .
Mit viel Spielwitz und musikalischem Humor plaudert sich das Trio um Hildegard Pohl
durch fast drei Jahrhunderte Musikgeschichte . Yogo Pausch an Schlagzeug ,Qietschente
und Revolver lässt ein Feuerwerk an Klangmöglichkeiten ab, "Venus-Player " Norbert
läßt es am Bass richtig krachen und die "wilde Hilde" Pohl mit den elastischen Fingern
brilliert mit virtuoser Technik und stilübergreifenden Improvisationen.
Die drei Solisten aus Nürnberg fanden sich nach dem Studium
zusammen , und ergänzen sich wie ein Kaleisodkop : Eine immer wieder neue, taufrische
Mixtur aus Klassik , Jazz & unfassbarer , grenzenloser Spielfreude !!
HILDEGARD POHL PIANO
YOGO PAUSCH DRUMS
NORBERT M-VENUS BASS
[ Musikalische Sterne und Sternschnuppen
Hilde-Pohl-Trio zu Gast bei Kümmersbrucker Kulturtagen
Für die Hauptveranstaltung der Kümmersbrucker Kulturtage hatte Kunst Kultur Kümmersbruck das Hilde-Pohl-Trio aus Nürnberg eingeladen und 130 interessierte Zuhörer waren gekommen und durften zweieinhalb Stunden „Swing - Klassik - Swing“ erleben.Volker Weymayr eröffnete den Abend, indem er professionell das Trio vorstellte: Norbert Meyer-Venus am Bass, Yogo Pausch am Schlagzeug und Hildegard Pohl am Klavier. In dieser Reihenfolge betraten die drei auch die Bühne, um sogleich mit Bachs Präludium F-Dur gemixt mit „The Preacher“ von Horace Silver das Publikum im Sturm zu erobern.Hilde Pohl führte durch den Abend, in dem sie kurze Einblicke sowohl in ihr Leben, wie auch in ihre Ausbildung offenbarte, und so gekonnt von Stück zu Stück überleitete. Das klassische Repertoire des Trios erstreckt sich von Bach bis zur Zwölftonmusik und ihre überragende Musikalität zeigt sich dann bei der Umwandlung in Jazz, Swing und Blues. Hilde Pohl, die Konzertpianistin mit den „elastischen Fingern“ zog alle Register ihres Könnens, vom einfühlsamen Piano der Wiener Klassik bis zum dreifachen Forte der Jazz- und Popmusik.Wenn Norbert Meyer-Venus die Themen einzelner Stücke auf dem Bass improvisierte, dann lauschte das Publikum und war fasziniert von seiner Fingerfertigkeit. Yogo Pausch, der „wilden Hilde“ Ehemann, war neben seinem Part am Schlagzeug auch noch zuständig für die humorvolle Interpretation einzelner Stücke. So ließ er so nebenbei Saint-Sa?ns Schwan pantomimisch fliegen und landen, spielte die Panflöte als Mozarts Papageno und brachte Frosch, Ente, Käuzchen, ja sogar blinkende Sterne mit Kindertröten und sonstigen Geräten zu Gehör. Der Ernsthaftigkei seiner furiosen Soli tat dies aber keinen Abbruch.Faszinierend war es, wie dieses Trio sein Programm aus den Fingern schüttelte und ohne Noten über zwei Stunden spielte. Die allgemein bekannten klassischen Stücke, derer sie sich bedienten, führten beim Publikum immer wieder zu Aha-Erlebnissen. Hilde Pohl scheint über ein unerschöpfliches Repertoire zu verfügen. Sie konnte es sich erlauben, das Publikum Musikwünsche aufschreiben zu lassen, aus denen dann durch Gäste sieben Titel ausgelost wurden. Aus diesen, nämlich Beethovens „Für Elise“, Bachs bekanntem C-Dur Präludium, „Tequila“, Ravels „Bolero“, Kurt Weills „Mackie Messer“, Schuberts „Forelle“ und Frankieboys unverwüstlichem „New York“ mixte sie eine „Sinfonia Kümmersbruck“. Und als am Schluss Parodien zu „O Tannenbaum“ nach Bach, Mozart, Beethoven, Johann Strauß, Arnold Schönberg, den Rolling Stones und Louis Armstrong zu Gehör gebracht waren, bedankte sich das Publikum mit frenetischem Beifall und entließ die Künstler erst nach mehreren Zugaben.
Ulrike Fuchs Nordbayernkurier 14.11.2009
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