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[ Life is life

Bereits im zarten Alter von 7 Jahren wurde die am 17.März in Stuttgart geborene Hildegard kurzfristig zum Zeitungs-Star: Sie erflötete sich einen ersten Preis beim Wettbewerb der Stuttgarter Volksschulen und erschien in Lebensgröße in der dortigen Heimatpresse.

Von diesem Erfolg angetrieben (die Nachbarschaft war begeistert) stürzte sie sich auf Klavier, Geige und Kirchenorgel, trat ins Schulorchester des Fanny-Leicht Gymnasiums ein, bereicherte (?) den Schulchor (hüstel ... immer öfter am Piano) und orgelte über Jahre die sonntäglichen Gottesdienste ihrer katholischen Gemeinde, wo sie ihre Improvisationslust mit Bach und Bernstein-Mixturen entdeckte.

Mit 15 besuchte sie, nachdem Paul Kuhn via Plattenspieler in ihr Leben trat, heimlich Jazzclubs (niemand wollte mit) und beschloss „irgendwann einmal“ Frankens einzige Swingpianistin zu werden.

Nach Musikleistungskurs und Abitur wanderte sie deshalb nach Nürnberg aus, studierte dort klassisches Klavier (Chopin, Mozart, Beethoven & friends) und spielte weiterhin ganz heimlich Jazz. Nach dem Musiklehrerin und Konzertpianistin-Abschluss stürzte sie sich erst einmal unentschlossen an die Nürnberger Sing und Musikschule, danach in das Damen Trio „Hollywood wir kommen!“, ließ die Heimlichkeiten und fing an öffentlich Swing zu spielen.

Von jetzt an gings bergauf!

Das Hildegard-Pohl-Trio wurde gegründet, sie bestieg den Kleinkunst-Bühnen-Himmel und griff kabarettistisch als „Wilde Hilde“ in die Tasten und an ihre Stimme, sie ließ ihrer Improvisationslust freien Lauf und verswingte alles, was ihr zwischen die Tasten fiel (Beethoven, Mozart, Männer, ähh nein, Liszt, (die Liszte wird zu lang) und alles was ihr in die Ohren kam, machte ein bisschen Radio, Fernsehen (Film fehlt - noch!), D, Ö, S, I.

Eine CD, „Swing, Klassik, swing!“, entstand im Trio mit Yogo Pausch und Norbert Meyer-Venus und sie spielt und spielt und spielt und spielt. Ganz öffentlich Jazz und Klassik als „Frankens einzige Swingpianistin“, singt mit unglaublicher Stimme (wie man's sehen will) ihre frechen Chansons, textet für sich und andere witzig-intelligente Songs, tanzt auf den Tasten als „Wilde Hilde“ begleitet und bespielt Sänger, Sängerinnen und wer sonst noch will und überhaupt, und wo ein Klavier steht da ist die Hilde bestimmt in der Nähe. Und wenn's heimlich ist! Guckt mal schnell an euren Flügel, vielleicht bespielt sie ihn gerade ... ganz öffentlich mit Jazz!