
Solo / Wilde Hilde
"Wilde Hilde" gewinnt mit frechem Programm das Publikum für sich
Aalener Nachrichten 19.2.2008
AALEN (kul) Mit Kabarett-Pianistin Hildegard Pohl haben Aalens Soroptimist-Frauen eine Tastenvirtuosin an Land gezogen, die dem Klavier nicht nur schönste Töne entlockte. Sie hat es auch verstanden mit viel Charme und einem frechen Programm rasch das Publikum für sich zu gewinnen. Einen Klaps hinter die Ohren bekäme der Nachwuchs, würde er das heimische Klavier wie Hildegard Pohl mit den Füßen traktieren. Die aus Stuttgart stammende Schwäbin erhielt für solch Eskapaden den Beinamen "Wilde Hilde". Doch nicht nur dafür, wie sich schnell herausstellte. Temperamentvoll erklimmt sie die Bühne, inszeniert ein klangvolles Klavierspiel, entwickelt ein Potpourri klassischer Melodien, läuft in deren Verjazzung zu Hochform auf. "Ich bin so glücklich, hier in Aalen zu sein", ruft sie nach dem letzten Akkord, streckt die Arme aus und lächelt über das ganze Gesicht. Kein Wunder, denn wo sonst Rasensportler nach dem Ballspiel sich mit der VfR-Prominenz trifft, darf nun die "Wilde Hilde" musizieren und lästern. Dass sie die erste Kabarettistin in der VfR-Lounge ist, nutzt sie umgehend dazu. Doch bevor sie sich dem Kabarett ganz zuwendet, widmet sie sich lieber der Musik, fragt, wie Chopin wohl klingen würde, wäre er heute unter den Lebenden.
Grandios bearbeitet sie die schwarz-weiße Klaviatur, sorgt für überraschende wie geistreiche Brüche. Immerhin ist Hildegard Pohl studierte Konzertpianistin, die aber nie ihre kabarettistische Ader zu kurz kommen lässt, beispielsweise wenn sich das Publikum gerade in eine wunderbare Klavierinterpretation von Bizets "Habanera" vertieft. Unverhofft werden die spanischen Klänge zurückbeordert, denn Hilde springt auf, singt schrill-schräg Carmens Arie. Auf die Publikumsmannen hatte es die "Wilde Hilde" besonders abgesehen. Sie waren Lieblingszielscheibe, wenn auch nicht die alleinige, da die Kabarettistin so manche Geschlechtsgenossin gleich mit auf die Schippe nahm. Hildegard Pohl zu beschreiben wäre ein hoffnungsloses Unterfangen, zu unerschöpflich ihr Witz, zu virtuos die Musik, zu spöttisch ihre Plaudereien. Man muss sie einfach erleben, wie sie mit Mozart, Schu- und Claydermann jongliert, mit Zarah Leander und Schmidtchen Schleicher, Männer, Frauen und Wonderbras durch den Kakao zieht.
NÜRNBERGER NACHRICHTEN - PEGNITZ-ZEITUNG 30.4.2004
[ Virtuos, charmant, erotisch
Schwaig: Kabarett-Pianistin Hildegard Pohl im Schloss.
Der Tasten-Jongleurin Hildegard Pohl gehörte am Samstagabend im Schwaiger Schloss nicht nur der Flügel, den sie vehement bearbeitete, sondern auch das ganze Publikum, das sie gekonnt mit Charme und Fingerspitzengefühl in ihr frivoles Programm einbezog. So machte sie ihrem Ruf "Wilde Hilde" alle Ehre. Freilich war Hilde der Überzeugung, dass man Klavier spielen müsste, wollte Amor mit Erfolg gekitzelt werden, und da lag es natürlich nahe, ein Exempel zu statuieren. Erst war es Spaß, aber aus Spaß wurde Ernst, und ehe Ernst sich versah, saß er bereits neben der Superpianistin auf dem Klavierstuhl. Mit Elan klimperte er - frei jeden Sachwissens - munter drauf los und schenkte besonders den hohen Tönen seine persönliche Anteilnahme. Das Rondo der frisch aus der Taufe gehobenen "Schwaiger Schlosshofsinfonie zu vier Händen" holte sich den ihm zustehenden Beifall. Die ihre Herkunft aus dem Schwabaländle nicht ganz verleugnen könnende Hilde lebt nunmehr in Hartmannshof. Die Musikkenntnisse hat sie sich am Nürnberger Konservatorium geholt und ihr Temperament brachte sie von zu Hause aus mit. Nach den vielen Erfolgen im Rundfunk und bei Galaveranstaltungen kann sie sich mit berechtigtem Stolz "Frankens einzige Swing-Pianistin" nennen. Aber Hildegard Pohl kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben. Bereits zu Beginn erfreute sie mit "Classic goes Swing" und ließ auch in der Folge in den swingenden Melodien immer wieder die Musik eines Tschaikowsky, Chopin oder Dvorák durchschimmern. Wie Mozart oder Brahms oder vielleicht der Walzerkönig Strauß in der heutigen Zeit komponiert hätten, gab die versierte Pianistin in einer wohldurchdachten Mischung zum Besten. Ansonsten tauchten in den aufgeführten Schlagern der vergangenen Epoche Lieblingstexte auf, die von der feschen Hilde selbst ein wenig umgewandelt waren. Hilde Pohl zeigte stets berauschende Fingerfertigkeit und so bewahrheitete sich, was sie versprach: "So hau ich in die Tasten und tret auch das Pedal, und gebe ich dann keine Ruh, spiel ich sogar mit meinem Schuh!" Für ein anwesendes Geburtstagskind entwarf die wilde Hilde spontan einen besonderen Song und ließ neben dem Happy-Wunsch die Zarah Leander mit dem Lied vom Wunder zu Ton kommen. Nun, ein Wunder war es auch in Schwaig: Der talentierten Swingpianisten war es gelungen, dem Publikum die Gemeinsamkeit der E- und U- Musik schmackhaft zu machen. HERMANN OTT
NN/FUERTH/FEUI/FEUI1 - Mo 17.03.2003 KULTUR FUERTH
[ Die Vorteile des Wonderbra lustvoll:
Hildegard Pohl in der Loge.
Der Unterschied zwischen einem Klavier und einem Mann? Im Logenhaus gab Frankens erste und einzige Swingpianistin Hildegard Pohl unterhaltsame musikalische Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Ihren Weg von der klassischen Konzertpianistin, die während ihres Studiums die High Society der klassischen Musik heiß verehrte und "auch Richard Wagner 'ne Chance" gab, hin zur "Wilden Hilde" der schwarzen und weißen Tasten, erzählte sie mit Reibeisenstimme in Chansons à la Hildegard Knef. Ihre Texte berichten scharfzüngig, bissig und mit verschmitzter Vertraulichkeit von den Vorteilen, blond zu sein, dem Einfluss des berühmten Wonderbras auf die Karriere einer Pianistin und natürlich von den Unzulänglichkeiten der Männer. Dass sie weder die Liebe zu den Klassikern noch zur Virtuosität hinter sich gelassen hat, zeigte Pohl in fantastischen Variationen über Werke von Brahms, Tschaikowsky und Rimski-Korsakow. Chopins Revolutionsetüde wurde bei ihr zu einem Stück starker "Swingungen" im Stile Gershwins, die epochale Distanz zwischen Brahms und Mozart schrumpfte in einem gekonnten Medley zu einem einzigen Ton zusammen, und Bizets Carmen trat wie auf Zehenspitzen ein, um sich dann zu einer dramatischen, wolkigen Swing-Ballade auszuwachsen. Witzige Variationen Hilde Pohls Lust an Neuarrangements, witzigen Variationen und spannenden Tastenspielen erschöpfte sich dabei keineswegs in der Modernisierung von Klassikern. Wie viele gänzlich verschiedene Stücke kann die Pianistin zu einem gelungenen Potpourri verarbeiten? Nahezu unbegrenzt, so scheint es in Pohls Fall. Aus so unterschiedlichen Publikumswünschen wie La Traviata, Heinzelmännchens Wachparade, der Internationale und Take Five wurde unter ihren Fingern ein spritziges, kontrastreiches, dabei aber konsistentes Gesamtstück. Kein Wunder, dass sich bei derart weit ausgreifender, jede Möglichkeit nutzender Improvisationskunst schon einmal das Klavier als um ein paar Tasten zu kurz erwies, was der allgemeinen Begeisterung von Pianistin und Publikum allerdings keinerlei Abbruch tat. Einen weiteren witzigen künstlerischen Höhepunkt bildete Pohls Variation über "As time goes by", das sie in den charakteristischen Stil verschiedener großer Komponisten transponierte. Düster und schwer, mit dramatischem Vorspiel auf den tiefen Tönen, ließ sie Liszts mögliche Interpretation ertönen; Mozarts Variation kam schnell, fröhlich und mit zahlreichen Trillern verziert daher; und zuletzt folgte "As time goes by" im Walzertakt, als potenzieller Beitrag des Walzerkönigs Johann Strauß. SIGRUN ARENZ
[ Hildes heiße Tasten Show
(April 2002)
Die wilde Hilde fegt durch 300 Jahre Musikgeschichte, trifft Beethoven im Mondschein, spielt mit Mozart Zauberflöte und swingt mit dem rosaroten Panther. Das ist der Stoff, aus dem Pianistinnenträume gemacht sind: Virtuoses Spiel, freche Songs und frenetischer Applaus: Hilde Pohl, die Tastentigerin aus Franken.
[ Hildes Wildes Piano Cabaret
(Nov. 2000)
Sie jongliert mit Mozart und Paul Kuhn, verbeugt sich vor Oscar Peterson, verzaubert Schumann zum Blues und geizt nicht mit ihren Reizen. Die witzigen Chansons der "männermordenden Blondine" am Piano handeln von Männern, Musik und Wonderbras. Und wenn es dann rote Rosen regnet und der ganze Saal tobt, ist die "wilde Hilde" so richtig in Fahrt - 88 Tasten pure Lust und Leidenschaft am Piano. Kennen Sie eine Pianistin, die ihr gleicht?
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Genialer Mix mit brillanten Solis
Das „Hildegard-Pohl-Trio“ bot im Schwabacher Gaswerk ein Konzert voller Können und Charme
SCHWABACH – Es war ein Abend vom Feinsten: einerseits anspruchsvolle Klaviermusik alter Meister, andererseits locker swingender Jazz. Beides wurde perfekt von Hildegard Pohl (Piano), Norbert Meyer-Venus (Kontrabass) und Yogo Pausch (Schlagzeug/Percussion), drei außergewöhnlichen Interpreten, gemixt und humorig leicht in der Galerie Gaswerk serviert.
Das begeisterte Publikum erlebte mit diesem Trio, das den Namen von Pianistin Hildegard Pohl (von ihr stammt auch die Gesamtkonzeption) trägt, ein Feuerwerk an improvisiertem und technisch genialem Zusammenspiel. Dies erklärte sich sicherlich als Frucht einer seit dem Musikstudium über zwanzigjährig andauernden Freundschaft unter diesen drei Musikinterpreten, die seit drei Jahren mit diesem jazzig-klassischem Programm als „Hildegard-Pohl-Trio“ auf deutschen Bühnen zu erleben sind.
Ziemlich schnell fing die „wilde Hilde“ wie sie auch wegen ihres Temperaments genannt wird, ihre Zuhörer mit ihren unbefangenen, charmanten Plauderei in den Bann, in der allerlei Wissenswerte zu den jeweiligen Komponisten oder Stücke eingepackt war.
Dass das Publikum hier eine hervorragende Konzertpianistin vor sich hatte, zeigte sie, als sie auswendig die Palette gängiger Stücke von Bach über Schumann bis Chopin bis hin zu Jazz-Standards aus dem Ärmel schüttelte.
Sie begann jeweils klassisch, um dann ihren beiden Partner die Möglichkeit zu geben, mit sanftem Feeling jazzig einzusteigen und mit brillanten Solis eigene Akzente zu setzen, wobei der Grundcharakter der Kompositionen durchaus erhalten wurde.
Tempi und Rhythmik wurden allerdings variabel verändert: von soft bis zur rasenden Leidenschaft. Für die Zuschauer brachte bereits das Zuschauen ein großes Vergnügen, als Hilde Pohl in ihrem Tastenspiel gnadenlos versank und Yogo Pausch stets klanglich phantasievoll und passend souverän auf seinem Schlagwerk agierte zusammen mit Norbert Meyer-Venus, der genüsslich zupfend auf seinem Kontrabass einzelne Tonfolgen hervorholte.
Vor allem aber faszinierte der rund abgestimmte Sound, von dem das begeisterte Publikum selbst nach zweieinhalbe Stunden nicht genug hatte. Zugaben !!
Ursula Kaiser-Biburger
27.4.2005 15:27 MEZ
© SCHWABACHER TAGBLATT
Hildegard Pohl Trio
KULTUR
15.12.2004 0:00 MEZ
NÜRNBERGER ZEITUNG
Ohrwürmer aus Franken
Wer die Verbindung von Klassik und Swing mag, ist bei Hildegard Pohl bestens aufgehoben. Die „Wilde Hilde“ (so der Titel des Bonus-Tracks) hat mit Norbert Meyer-Venus am Bass und dem Schlagzeug-Tausendsassa Yogo Pausch (beide bekannt nicht zuletzt durch die Peterlesboum-Revival-Band) eine durch und durch swingende CD eingespielt, die an technischer Exaktheit der Musiker nichts zu wünschen übrig lässt, deren Klänge aber auch zu Tränen rühren können. Feinsinnig die Überleitungen von den Klassik- zu den swingenden Teilen der Stücke und ab und an darf es Yogo Pausch auch mal richtig krachen lassen. Das Trio spielt sich selbst in einen wahren Rausch und beweist, dass richtig guter Swing eben einfach nicht totzukriegen ist. Weil’s kaum noch Bigbands gibt, muss halt ein Trio die Pflege der Traditionen übernehmen. Friedrich G. Stern
Hildegard Pohl Trio: Swing, Klassik, Swing. Mediatone LC 05672
[ Konzertprogramm: " SWING , KLASSIK , SWING"
"Traumtrommler" Yogo Pausch (Kulturförderpreisträger Nürnberg 2003) , Frankens einzige Swingpianistin Hildegard Pohl alias "Wilde Hilde" und "Venus-Player" Norbert am Bass swingen und plaudern sich mit Spielwitz und Virtuosität durch Bach, Mozart, Brahms, Gershwin, Standards ...
... denn Jazz verbindet sie alle: "Der Vogelfänger" aus der Zauberflöte steht auf "Blackbird", Mecky Messer fängt Schuberts "Forelle", Beethovens "Elise" zieht ein Bossa-Kleid an, und Chopins "Revolutionsetüde" sorgt für ein Feuerwerk am Schlagzeug. Klassik goes Swing - Jazz meets Schumann - Play with Chopin, ein "ungewöhnliches" Konzert für Swing-Liebhaber, Jazz-Fans und Klassik-Freaks.
HILDEGARD POHL TRIO
Hildegard Pohl - Piano
Norbert Meyer - Venus Bass
Yogo Pausch - Schlagzeug
[ ...
(April 2002)
... glänzende "Swingkunst" - Stücke liefert das Hildegard Pohl Trio aus Nürnberg zur abendlichen Eröffnung des 40. Wöhrl-Hauses für geladene Gäste in Reinickendorf in Berlin. |